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Hallo, ich bin Jim Leaviss vom Fixed Interest Team bei M&G Investments. Ich möchte heute über die Befragung zu Inflationserwartungen sprechen, die M&G mit Unterstützung von YouGov durchführt. Diese Befragung zu Inflationserwartungen ist eine neue Umfrage, mit der wir besser erkennen wollen, wie die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Inflationsrate eingeschätzt wird. Was wir gerne haben wollten, war ein gleichbleibender Fragenkatalog. Wir stellen also alle drei Monate dieselben Fragen, um herauszufinden, ob sich die Ansichten der Verbrauche zur Inflationsentwicklung mit der Zeit ändern. Daher fragen wir z. B. nicht: „Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit den Preisen, die Sie beim Einkaufen bezahlen?“ Wir stellen vielmehr die korrekte Frage, nämlich: „Was denken Sie, auf welchem Niveau die Inflationsrate in einem Jahr bzw. in 3–4 Jahren liegen wird?“ Wir verwenden also das Wort Inflation und das ist wichtig. Es gibt bereits eine Menge von Umfragen zum Thema Inflation. So wollte die New York Fed in Erfahrung bringen, ob sie zur Erfassung der Inflationsansichten der Verbraucher weltweit wirklich die richtigen Fragen stellt. Daher beauftragten sie eine ganze Reihe von akademischen Forschungsprojekten bei Psychologen und Hochschulen weltweit, um herauszufinden, welche Fragen idealerweise gestellt werden sollten. Wir haben uns mit vielen dieser Forschungsarbeiten intensiv auseinandergesetzt und daraufhin beschlossen, dass diese als Best Practice geltenden Fragen auch von M&G YouGov zur Ermittlung der Inflationserwartungen unserer Verbraucher-Panels gestellt werden sollten. Auslöser für diese Befragungsaktion zum jetzigen Zeitpunkt ist die Tatsache, dass wir uns, ebenso wie viele andere Verbraucher, langsam Sorgen machen wegen der Geldmengen, die weltweit gedruckt werden, ob dies die Zentralbanken in den USA oder in Großbritannien sind oder eventuell sogar in Europa nach Draghis „koste es, was es wolle“-Rede Mitte 2012 sind. Fast überall, wo man hinsieht, wird Geld in großem Umfang gedruckt: Japan, Asien, Europa und den USA. Ich denke, da ist Einiges auf der Welt in Bewegung gekommen. Wir sprechen dabei von einem Regimewechsel in der Zentralbankpolitik, d. h., dass die Zentralbanken die Inflation nicht mehr so wichtig nehmen, wie vielleicht noch vor fünf Jahren. Hauptgrund unserer Aktion ist also, dass die Inflationserwartungen jeder von uns betrachteten Bevölkerung in Erfahrung gebracht werden sollen. Es ist aber auch eine gute Gelegenheit, herauszufinden, ob die Vertreter der Zentralbanken über Glaubwürdigkeit verfügen und ob die Regierungen nach Ansicht der Bevölkerung eine gute oder schlechte Arbeit leisten. Als uns die Idee zu einer Befragung zu Inflationserwartungen kam, bestand die eigentliche Herausforderung für uns darin, wie wir eine ausreichend große Anzahl an Verbraucher befragen sollten, damit die Ergebnisse stichhaltig sind. YouGov befragt in unserem Auftrag eine große Anzahl an Personen über die gesamte demografische Bandbreite hinweg. Wir verwenden diese Ergebnisse zur Einschätzung der Erwartungen zum Stand der Inflationsrate in einem bzw. in fünf Jahren. YouGov ist ein Online-Marktforschungsunternehmen, das im Jahr 2000 in Großbritannien gegründet wurde. Vor Kurzem wurde es zu einem der 25 besten Marktforschungsinstitute weltweit ernannt. Die Zusammenarbeit mit YouGov ermöglicht uns die schnelle und effiziente Befragung vieler Verbraucher, d. h., die Ergebnisse sind zeitnah und von hoher Relevanz. Sobald wir die Ergebnisse von YouGov bekommen, werden die Daten analysiert und von uns kommentiert. Ich bin bei M&G im Trainee-Programm für Hochschulabsolventen. Während meines Einsatzes im Retail-Renten-Team bat mich Jim Leaviss, die statistische Analyse für die Inflationserwartungsstudie durchzuführen. Im Hinblick auf die Inflationserwartungen konzentrieren wir uns auf zwei bestimmte statistische Messgrößen: Erstens wollen wir die zentrale Tendenz ermitteln und zweitens ein Maß für die Streuung für jede Kombination aus geografischer Lage und Zeithorizont bestimmen. Bei der Ermittlung der zentralen Tendenz legen wir den Median zugrunde – also das 50. Perzentil – anstelle des Durchschnittswerts der Verteilung, da der Median in wesentlich geringerem Umfang durch Extremwerte beeinflusst wird. Zur Ermittlung des Medians für die Verteilung haben wir alle Inflationserwartungen, die wir von YouGov für bestimmte Kombinationen von Zeithorizont und geografischer Lage erhalten haben, in aufsteigender Reihenfolge sortiert und dann den Median als Mittelwert dieser Verteilung bestimmt. Dieser Median wird in unserem Bericht als Inflationswert für ein bzw. für fünf Jahre angegeben. Wir betrachten also für jede untersuchte Region, d. h. für die großen kontinentaleuropäischen Volkswirtschaften, Großbritannien, Singapur und Hongkong, in jedem Quartal die kurz- und mittelfristigen Inflationserwartungen der dortigen Bevölkerung. Wichtig ist dabei nicht das Gesamtniveau, sondern wirklich die Betrachtung im Zeitverlauf, da wir eine Zeitreihe mit Ergebnissen aufbauen mit Hinweisen darauf, ob die Inflationserwartungen eventuell nicht mehr fest verankert sind. Gerade dem Begriff Verankerung messen die Zentralbanken große Bedeutung bei, daher sind für uns diese Ergebnisse ebenfalls wichtig. Wenn die Vertreter der Zentralbanken sehen, dass die Inflationserwartungen ihrer jeweiligen Bevölkerung nicht mehr fest verankert sind, steigt nämlich die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Zinsen anheben. Somit ist die Suche nach diesen Trends in den diversen Weltregionen für mich das wirklich Faszinierende an den Ergebnissen unserer Umfrage.